Ja, ich bin ein großer Freund von Checklisten. Ich mag es, wenn ich an erledigte Dinge irgendwann einen großen Haken machen kann. Das gilt für alltägliche To-Do-Listen genauso wie für den Musikbereich. Auch hier schreibe ich mir gerne Dinge auf, die dann aber allzu oft in Vergessenheit geraten.

Wer schreibt, der bleibt.
Auf meinem Schreibtisch liegen aktuell fünf mittelgroße Klebezettel, mehr oder weniger thematisch sortiert, auf denen ich Punkte notiert habe, die es relativ kurzfristig zu erledigen gilt. Darauf stehen Dinge wie „Termin mit Steuerberater vereinbaren“, „Geburtstagsgeschenk für die Schwester besorgen“ oder „Altpapier wegbringen“. Natürlich nutze ich inzwischen auch eine entsprechende Smartphone-App für solche Zwecke, aber die physische Zettel-Wirtschaft ist mir irgendwie lieber, weil man immer wieder darauf schaut bzw. schauen muss, wenn man am Schreibtisch sitzt.
Total verzettelt.
Nun haben diese Papier-Reminder aber einen großen Nachteil: Wenn man sie oft genug angesehen hat, werden sie irgendwann eins mit dem Inventar und den Utensilien des Schreibtisches. Wie ein Locher oder eine Dreifach-Steckdose, die eigentlich schon immer da waren, werden auch die Zettel irgendwann schlicht übersehen, wenn man nur lange genug mit deren Abarbeitung wartet.
Man wächst mit seinen Aufgaben.
Mein Musik-Zettel ist zum Beispiel so einer. Hierauf befinden sich hauptsächlich Aufgaben, die zwar nicht brennend wichtig sind, aber dennoch keinesfalls in Vergessenheit geraten sollen. „Backup Musik-PC“ steht z. B. darauf oder auch „Neuen Song mastern“. Auch Hinweise auf interessante neue Plug-ins vermerke ich oft und gerne auf solchen Zetteln, bin froh, dass ich den Gedanken zu Papier gebracht habe und binnen kürzester Zeit ist er natürlich komplett vergessen – inklusive des Zettels, auf dem der Gedanke aufgeschrieben wurde. Irgendwann beim Aufräumen findet man den Zettel dann wieder und stellt fest, dass man davon nicht einen einzigen Punkt abgehakt hat.
Was du heute kannst besorgen …
Statt mir einen neuen Zettel anzulegen und diesen an eine prominentere Stelle zu heften (wie es sonst gerne mache), habe ich diesmal beschlossen, die Punkte einfach zügig abzuarbeiten. Zu den Plug-ins habe ich mir zunächst YouTube-Videos angesehen. So konnte ich schon ein paar Synths und Effekte von der Liste streichen. Von den übrig gebliebenen Plug-ins habe ich mir Demo-Versionen heruntergeladen und sie für’s Erste als unnötig empfunden. Alle anstehenden Software-Updates habe ich ebenfalls erledigt. Plug-ins testen … check!
Den neuen Song (der übrigens inzwischen gar nicht mehr so neu ist) habe ich am selben Abend noch nachbearbeitet und gemastert. Check! Auch das PC-Backup bin ich diesmal tatsächlich sofort angegangen, obwohl ich die ungeliebte Aktion schon seit geraumer Zeit vor mir herschiebe. Auch hier brauchte es einiges an Recherche im Internet, um zu sehen, welche Backup-Lösung für mich geeignet ist. Am Ende ging es dann aber doch verhältnismäßig schnell und ich habe nun das sichere Gefühl, dass mir ein PC-Crash nichts anhaben kann. Backup Musik-PC … check!
Und nach nur zwei investierten Abenden kann ich nun sehr große Haken hinter meine Musik-To-Do’s setzen. Tolles Gefühl! Ach ja, und obwohl es nicht auf meiner Liste stand: Kolumne über Checklisten schreiben … check!

Was sind eure Erfahrungen zu dem Thema? Schreibt mir gerne in die Kommentare.

