Das Nervt! Und ewig währt „Last Christmas“ im Radio

Ein frohes neues Jahr allerseits!
Es ist geschafft. Die Weihnachts-Deko verschwindet langsam, aber sicher aus den Fenstern, ganz nach „Knut“-Manier liegen wieder haufenweise abgeschmückte Tannenbäume vor den Haustüren, aber das Beste: im Radio wird endlich wieder „normale“ Musik gespielt...

Ein Ohrwurm. Aber kein guter.

An diesem Weihnachten ist mir mal wieder aufgefallen, wie ambivalent man doch mit Weihnachtsmusik umgeht. Jedes Jahr rege ich mich furchtbar auf, wenn ich zum ersten Mal „Last Christmas“ im Radio höre, ertappe mich aber schon beim nächsten Mal dabei, wie ich mit dem Fuß zaghaft den Rhythmus mitklopfe. Und spätestens beim fünften Mal schmettere ich beim letzten Refrain lauthals „I gaaave you my heaaaaart“ und fühle mich kurz darauf peinlich berührt.

Geht Weihnachten ohne „Last Christmas“ überhaupt?

Jetzt wollte ich wissen, ob das vielleicht nur mir so geht. Und deshalb habe ich zu diesem Thema mal eine spontane, vermutlich nicht ganz repräsentative Umfrage in meinem persönlichen Umfeld gestartet. Die Ergebnisse entsprechen aber ziemlich genau meinen Erwartungen: 9 von 10 der Befragten nervt der Song in erster Linie ganz gewaltig. Auf die Frage, ob sie sich Weihnachten OHNE „Last Christmas“ vorstellen könnten, antworten aber die selben Probanden einstimmig mit NEIN. Verrückt oder?

Ob gehasst, geliebt oder auch nur geduldet, der Wham!-Song aus dem Jahr 1984 ist und bleibt wohl einer der erfolgreichsten Weihnachts-Hits aller Zeiten – auch wenn der rein musikalische Wert des Stücks wohl eher überschaubar ist.

Die wenigen Weihnachts-Perlen

Wenn man aber ehrlich ist, laufen um die Weihnachtszeit auch nur ganz wenige gute Songs im Radio. Bestenfalls noch Titel wie etwa Melanie Thornton’s Coca Cola-Hymne „Wonderful Dream“ oder die musikalische Charity-Aktion „Do they know it’s Christmas“ vermögen es noch mich in Weihnachtsstimmung zu versetzen. Die von Bob Geldof zusammengetrommelte „Band Aid“-Truppe mit Größen wie Sting, Phil Collins, Bono, Paul McCartney usw. setzten 1984 die bis heute wohl beste Version des Songs um. Verschiedene Remakes sorgten zwar immer mal wieder für frischen Wind in der verstaubten Weihnachtsmusik-Welt, in die Geschichte eingehen werden die Nachahmer aber wohl eher nicht.

Aber wir sind ja nicht gerade verwöhnt, was neue Weihnachtslieder angeht. Deshalb nehmen wir die wenigen neuen Sachen erstmal unkritisch in unsere Christmas-Playlist auf.

Es gibt allerdings auch rühmliche Ausnahmen im Bereich der Weihnachts-Alben, die man allerdings viel zu selten oder gar nicht im Radio hört. Hier wäre beispielsweise Johnny Cash’s Christmas Collection positiv hervorzuheben oder auch das 1998er Album der Toten Hosen (Roten Rosen) „Wir warten auf’s Christkind“. Auch wenn man hier sicher geteilter Meinung sein kann – vor allem bei deren gebrüllter Umsetzung von „Still, still“.

Da wäre mehr drin …

Tatsächlich müssen wir Musiker mit wenigen Ausnahmen gerade an Weihnachten unsere musikalischen Ansprüche eher nach unten schrauben. Schade eigentlich, denn gerade in einer so besinnlichen Zeit liegt doch deutlich mehr musikalisches Potential als nur ein paar Glockenklänge gefolgt von einer simplen Klavierballade.

Wie dem auch sei – zumindest in musikalischer Hinsicht halte ich es am Ende des Tages da lieber mit dem Refrain aus Hurts‘ Anti-Weihnachtslied:
„All I want for Christmas is New Years Day“. Das hätten wir schon mal geschafft …

Was sind eure Erfahrungen zu dem Thema? Schreibt mir gerne in die Kommentare.

One thought on “Das Nervt! Und ewig währt „Last Christmas“ im Radio

  1. Maik Reply

    Ich mag ja an Weihnachten eher die alten Songs á la Rudolph, Let it snow etc.
    Und die laufen während der Weihnachtszeit zum Glück auch regelmäßig im Radio.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *